|



|

Gesunde
Füße für Ihr Kind - Larsen
KINDER
Zeigt her eure Füsschen (Gesundheit Sprechstunde)
Tipps
für den Kinderschuhkauf (Brückenbauer Nr. 13, 27.03.2001)
Gesunde
Füße für Ihr Kind - Larsen
Gut zu
Fuß - ein Leben lang
Dieser pfiffige Ratgeber bietet Ihnen Fußbewusstsein, einleuchtend
und leicht verständlich: Was ist beim Schuhkauf zu beachten?
Hat mein Kind Knick-Senkfüße? Wie können Fehlstellungen
erkannt und vermieden werden? Gesunde Füße sind leistungsstarke
und zuverlässige Träger des Menschen. Lesen Sie, wie Sie
Ihrem Kind in jungen Jahren auf die Beine helfen.
KINDER
Zeigt her eure Füsschen
 |
Dr. Thomas
Böni, leitender Arzt an der orthopädischen Klinik Balgrist. |
Fast jedes zweite Kleinkind
trägt zu enge Schuhe. Die schlimmsten Folgen davon sind Wachstumsschäden.
Dr. Thomas Böni von der Klinik Balgrist in Zürich sagt,
wie sie verhindert werden können.
Aschenputtels böse Stiefschwestern schnitten sich selber ein
Stück von der Ferse weg, damit der Fuss in den zierlichen Glasschuh
passte. Kleinkinder ziehen, weil sie nicht klagen können, einfach
ihre Zehen an, wenn ihre Füsse nicht in die Schuhe passen. So
können sich mit der Zeit Hammerzehen oder ein so genannter Halux
entwickeln, weil die grosse Zehe im engen Schuh schräg an die
andern Zehen gepresst wird. Diese Verformungen lassen sich verhindern.
Thomas Böni, Leitender Arzt der Orthopädischen Universitätsklinik
Balgrist, erklärt wie: "Die Schuhe müssen lang und
breit genug sein, damit sie weder vorne noch seitlich drücken.
Um passende Schuhe zu finden, muss man Kinderfüsse jeweils neu
ausmessen."
Der Schweizerische Schuhhändler-Verband nimmt dieses Anliegen
ernst und arbeitet mit den Orthopäden zusammen, damit Kinderschuhe
optimal zu den Füssen passen.
In den meisten Schuhgeschäften wird deshalb mit dem deutschen
Weitenmasssystem WMS gearbeitet. Viele Eltern wissen gar nicht, dass
ausser der Länge auch die Breite des Fusses für eine optimale
Passform ausschlaggebend ist. Das WMS, nach dessen Massen einige europäische
Kinderschuhhersteller produzieren, unterscheidet drei Breiten: weit
- mittel - schmal.
Weil die meisten Geschäfte nur eine beschränkte Lagerkapazität
haben, sind oft nur die gängigsten Weiten eines Modells vorrätig.
Wenn der passende Schuh also nicht in der richtigen Weite vorhanden
ist, sollten Eltern auf jeden Fall darauf bestehen, dass er bestellt
wird.
Aber warum sagen die Kinder eigentlich nichts, wenn der Schuh drückt?
Thomas Böni: "Beim Kleinkind sind die Fussknochen noch weich
und knorpelig. Die Verknöcherung des Fusses entwickelt sich etappenweise.
Solange das Wachstum nicht abgeschlossen ist, kann ein Fuss durch
äussere Einwirkungen wie enge Schuhe verformt werden, ohne dass
es schmerzt."
Es kann nicht generell gesagt werden, von welchem Alter an Kinder
Schuhe brauchen. Thomas Böni hält jenen Zeitpunkt für
richtig, wenn das Kind draussen allein stehen kann. Das ist meistens
im Alter von etwa zwei Jahren der Fall. "Schuhe sind im Grunde
genommen eine Notlösung. Sie schützen uns vor Verletzungen,
Kälte und Nässe, dämpfen aber auch den Schritt auf
den harten künstlichen Böden. Man sollte Kinder möglichst
oft barfuss gehen lassen - etwa im Sandhaufen oder auf einer Wiese.
Wenn man zu Hause Spannteppiche hat, sind Pantoffeln nicht nötig."
Teure Schuhe vom Fachhandel müssen nicht unbedingt besser sein
als billige aus dem Supermarkt. "Auch günstige Schuhe können
aus atmungsaktivem Material gefertigt sein und die Bewegung des Fusses
mitmachen." Im Supermarkt fehlt jedoch häufig die fachliche
Beratung, und die Kunden können sich die Füsse kaum ausmessen
lassen oder das passende Modell nachbestellen, wenn das Lager leer
ist.
Inzwischen gibt es aber Messsysteme, mit denen die Eltern die Fusslänge
und -breite ihres Kindes sowie die Innenmasse des Schuhs selber ermitteln
und vergleichen können (beachten Sie dazu auch das exklusive
Leserangebot in der Mitte dieses Heftes).
Gegen die immer wieder bemängelten und von Kindern doch heiss
geliebten Turnschuhe hat der Spezialarzt Thomas Böni absolut
nichts einzuwenden: "Der Turnschuh dämpft den Schritt, was
vor allem auf harten Betonböden und auf Strassen notwendig ist.
Die meisten Turnschuhe sind heute ausserdem aus Materialien gearbeitet,
die den Wasserdampf nach aussen abgeben, damit das Kind an den Füssen
nicht schwitzt."
Die Kinderfüsse entwachsen den Schuhen in der Regel schnell.
Wenn der Schuh qualitativ gut verarbeitet und intakt ist, kann er
problemlos von einem anderen Kind nachgetragen werden.
Sollte ein Kind an Fussdeformationen leiden, hilft das passende Schuhwerk,
solange der Fuss noch formbar ist. Mit Einlagen lassen sich Schäden
jedenfalls nicht beheben. Im Extremfall ist sogar ein operativer Eingriff
erforderlich.
Die flachen Abdrücke von nassen Kleinkinderfüssen bedeuten
selten Grund zur Besorgnis, auch wenn sie an Plattfüsse erinnern.
Denn die Form des Fusses verändert sich während des Wachstums.
DANIELA BIEDERMANN
Das zeichnet
einen fussgerechten Kinderschuh aus:
- Der Kinderschuh sollte die natürliche
Bewegung des Fusses aufnehmen und mitmachen, ohne ihn einzuengen.
- Ein funktionsfähiger, gesunder Kinderfuss
muss nicht gestützt und geführt werden, sondern sich bewegen können.
Darum sollten das Oberleder, der Schaft und auch die Fusssohle beweglich
sein.
- Beim Schwitzen sollte durch das Material
des Schaftes Wasserdampf abgegeben, oder in der Brandsohle, die mit
dem Fuss in direktem Kontakt ist, aufgenommen werden.
- Die Zehenhöhe muss gewährleistet sein.
Das sind im Minimum 14 Millimeter bei Grösse 24, 17 Millimeter für
Grösse 31 und 18 Millimeter für Grösse 37.
- Die Zehen müssen spielen können. Die
Schuhlänge setzt sich zusammen aus der absoluten Fusslänge plus eine
von der Schuhgrösse abhängige Zugabe. Zwischen 9 und 15 Millimeter
sollten es aber auf jeden Fall sein.
Tipps
für den Kinderschuhkauf
Untersuchungen
zeigen, dass Kinderfüsschen sehr oft in viel zu kleinen Schuhen stecken.
Tipps für den Kinderschuhkauf.
Zeigt
her eure Füsse, zeigt her eure Schuh…», heisst es im Kinderlied. Schaut
man dann genau hin, zeigt sich, dass kaum ein Kind wirklich passende
Schuhe trägt. «Meist sind sie zwei oder drei Nummern zu klein, was
immerhin fast zwei Zentimeter ausmachen kann», erklärt Wieland Kinz,
der seine Abschlussarbeit als Sportwissenschafter an der Uni Salzburg
diesem Thema gewidmet hat.
-Kinderfüsse
sind nicht einfach eine Miniaturausgabe von Erwachsenenfüssen. «Weil
sich das Nervensystem und damit die Empfindlichkeit der Füsse erst
entwickeln muss, spüren Kinder oft nicht, ob der Schuh drückt», erklärt
er. Ausserdem seien Kinderfüsse weicher und biegsamer und passten
darum auch so gut in viel zu kleine Schuhe.
- Laufen,
Gehen, Springen - wir setzen einfach voraus, dass die Füsse funktionieren.
98 Prozent der Menschen kommen mit gesunden Füssen zur Welt, aber
nur noch 40 Prozent der Erwachsenen haben gesunde Füsse. Ein Grund,
genau hinzuschauen, wo der Kinder-Schuh drückt.
Marlise
Santiago
Das
müssen Sie wissen
- Der
Schuhinnenraum sollte 12 mm länger als der Fuss sein. Weite und
Zehenspielraum beachten.
- Daumenprobe:
Wenn das Kind steht, mit einer Hand leicht auf die Zehen drücken,
mit dem Daumen der anderen Hand vorne bei beiden Füssen «messen».
- Fussmessgerät:
Damit werden Länge und Breite des Fusses gemessen und anhand einer
Skala die Schuhgrösse ermittelt. Achtung: Längst nicht alle Kinderschuhe
sind nach dieser Norm gefertigt.
- Schablone:
Kind barfuss auf einen Karton stellen. Umriss beider Füsse nachzeichnen.
Bei der längsten Zehe 12 mm zugeben. Ausschneiden. Lässt sich diese
Schablone leicht in den Schuh legen, passt er.
- Einlagesohle:
Falls die Einlagesohle eines Schuhs herausnehmbar ist, Kind draufstellen.
- Regelmässig
kontrollieren, ob die Schuhe noch passen. Faustregel: 1 bis 3 Jahre:
alle 2 Monate. 3 bis 4 Jahre: alle 4 Monate. 4 bis 6 Jahre: alle
6 Monate.
Der Schuhkauf
- Erst
wenn das Kind gehen kann. Kleine Füsschen entwickeln sich besser
ohne Schuhe.
- Lauflernschuhe
sind unnötig.
- Das
Material soll weich und geschmeidig, die Sohle flexibel sein. n
Keine geformten Einlagesohlen.
- Schuhkauf
am Nachmittag, Füsse wachsen im Lauf des Tages.
- Socken
müssen sitzen.
Sehr
nützlich:
Kinderfuss-Messsystem BIMS, das die Kinderfusslänge und auch die Schuhinnenlänge
ausmessen kann. Siehe www.bims.ch
Copyright © 1997 BIMS
by Ph. Bücheli. Alle Rechte vorbehalten.
|